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 Leonidenjagd 2002

Dieses Jahr sollte der Leonidensturm unser Highlight werden. Der besagte Tag war schon lange rot im Kalender angekreuzt und Urlaub und Frei sorgten dafuer, dass wir in dieser Hinsicht den Ruecken frei hatten (jedenfalls zwei Mitstreiter). Wie in jedem Jahr war das groesste Problem,  das aeusserst bescheidene Wetter in unseren Breiten. Schon einige Tage vor dem Finale Countdown besorgten wir uns alle wettermaessigen Informationen die wir bekommen konnten. Und je Naeher der entscheidende Tag kam, um so bedrueckender wurde die Stimmung. Die Wettervorhersagen waren alles andere als berauschend und das schlimmste an der Sache, bis wenige Stunden vor dem Ereignisse war ein erheblicher Unsicherheitsfaktor in allen Vorhersagen. Da wir aber schon Vormittags los wollten, mussten wir eine Entscheidung treffen. Die besten Chancen wurden fuer den hohen Norden von Schleswig Holstein raus gegeben. Also entschlossen wir uns in Richtung Norden aufzubrechen.

Um 10.30 Uhr bei strahlenden Sonnenschein begann  unsere Tour. Das gute Wetter sorgte
fuer gute Laune und eine freie Autobahn fuer gutes Vorankommen. Als wir Meck-Pom hinter uns liessen und immer weiter nach Norden kamen wurde es vom Wetter her immer trister. Wolkenluecken oder freie Stellen wurden immer seltener und etwas spaeter fing dann noch leichter Regen an. Als wir dann noch die Wettervorhersagen vom NDR2 hoerten, sank unser Stimmungsbarometer weit unter Null. Wir steuerten den naechsten Parkplatz an, um per Handy die neuesten Wettermeldungen einzuholen. Alles sprach zu diesem Zeitpunkt gegen unsere Nordthese. Die Beobachtung der Zugrichtung  der Wolken ergab, dass diese eine NW-SO Zugrichtung hatten. Also kam diese Wolkenfront vom Meer her.

Nach langen hin und her, entschieden wir uns zur Rueckfahrt. Bis zur Grenze zwischen Meck-Pom/Brandenburg war die Front vorangekommen. Von zu Hause erfuhren wir, dass sich dort ebenfalls Wolken vor den Mond schoben, allerding vom Sueden her. Also hatten wir einen schmalen Streifen, der eventuell nicht bis zum Maximum haelt. Nun gesellte sich auch noch ein zweites Uebel hinzu. Streckenweise kam starker Nebel auf. In Neuruppin Sued entschlossen wir uns die Autobahn zu verlassen und versuchten einen weniger vernebelten Platz zu finden. Nahe Ferbelin bogen wir dann von der Hauptstrasse auf einen Modellbauflugplatz ab. Zwar herrschte auch hier streckenweise dichter Nebel aber mit der Zeit wurde es immer durchsichtiger und es waren oefters Sterne bis zur dritten Klasse sichtbar.

Ronald entschloss sich fuer die Rueckfahrt etwas fit zu machen und haute sich fuer einige Zeit aufs Ohr. Ich machte es mir auf einem Relaxstuhl bequem und dank meines Finnlandoutfits stoerten mich weder Kaelte noch Feuchtigkeit. Bis 00.Uhr hielt das Wetter. Manchmal zogen einige Zirren vom Sueden her durch, diese stoerten aber nicht wirklich. Sie sorgten aber fuer eine wunderschoene Halo um den Mond, die auch streckenweise Farbe zeigte. Erstaunlich fand ich, dass kaum Meteore zu sehen waren. Gegen 22.30 erblickte ich dann einen wunderschoenen Earthgrazer, der rotgluehend mit langen Schweif den halben Nordhorizont entlang zog. Na ja, dass war doch schon mal was :o) Im Sueden, direkt unterhalb des Mondes sauste eine -2 mag helle, sporadische Schnuppe Richtung Suedhorizont. Das schoenste Exemplar was ich sehen konnte war aber eine Leonide um 23.45 Uhr, ein Bolide von ca. -6 mag der von Leo kommend  mit gruenblaeulichen Schweif durch UMA sauste und fuer einige Zeit eine Rauchspur hinterliess.

Gegen 00.00 Uhr stiess nun auch wieder Ronald dazu, der vom Wetter ueberhaupt nicht angetan war. Es zogen auch immer mehr Zirren und Hochnebel auf, so das Streckenweise nur noch die Planeten, Kapella und der Mond zu sehen waren. Wir blieben aber noch und konnten noch zwei weniger heftige und kurze Leos erkennen. Gegen 01.30 Uhr ging dann nichts mehr. Sterne und Planeten waren nur noch zu erahnen und auch der Mond wurde immer blasser. Wir entschlossen uns, entgegen aller Vernunft, im Suedosten nach Wolkenluecken zu suchen. Doch je weiter suedlich wir kamen um so dichter wurde es. Erfolglos suchten wir noch die Potsdamer Ecke und das noerdlichen Teltow/Fleming ab. Da unser Schneid den absoluten Nullpunkt erreichte, entschlossen wir uns, den Rueckweg anzutreten.

Hier im heimichen Oderland sah es aber auch nicht besser aus. Muede und Enttaeuscht verabschiedeten wir uns. Man war ich froh, dass es, lt. verschiedenen Foren, nicht nur uns so erging. Einige Nordlaender, die eine Flucht nach Daenemark angetreten hatten und einige Suedfrankreichfluechtlinge hatten aber Glueck und konnten zum Maximum einige hundert Sternschnuppen beobachten. Mehrere Boliden wurden von ihnen zum Ende des Maximum  noch beobachtet.

Wir hoffen nun auf das Maximum der Geminiden am 14.12.02, bei denen auch bis zu 100 Sternschnuppen/h zu erwarten sind. Am 14.12.02 herrscht 3/4 Mond der gegen 2 Uhr noch wenige Grad ueber dem Horizont steht und nicht mehr all zu sehr stoeren duerfte. Schlimmer sieht es am 22/23.12 zum Hoehepunkt der Ursiden aus, wo der abnehmende 3/4 Mond um kurz nach Mitternacht bereits ueber 30 ueber dem Horizont steht.

Hier noch einige Bilder

Leonidetripp1k 

grauer, drueber Himmel in Schleswig-Holstein

Leonidetripp2k 

Leonidetripp3k 

Hier war noch alles gut (mit und ohne Blitz)

Leonidetripp4k 

Modellflugplatz Ferbelin, ausser ein Nebel- hatten wir noch ein Schafskotprobleme

siehe auch Ronalds Kurzbericht